EmPOWERment for all –
Mach Dich stark! 

Empowerment und Antidiskriminierung 

Wer von Diskriminierung betroffen ist, soll sich dagegen stark machen können. Vernetzung, Engagement und „Powersharing“ (Macht teilen) sind bspw. Aspekte der Selbststärkung für die eigene „Gruppe“ / Community. 

Empowerment bedeutet nicht nur Selbstermächtigung, sondern auch Kampf gegen Diskriminierung auf individueller und struktureller Ebene. Es bedeutet, einen geschützten Raum zu haben, in dem mensch sich mit diskriminierenden Erfahrungen auseinandersetzen und austauschen kann, ohne dass eigene Rassismuserfahrungen angezweifelt oder verleugnet werden. Empowerment bedeutet Powersharing, die Bereitschaft also von Menschen ohne Rassismuserfahrungen, ihre Privilegien zu teilen, um Diskriminierung entgegen­zuwirken und bestehende Machtstrukturen zu verändern. Dies gilt bspw. für die stärkere Einbindung von Klienten*innen in die Organisation von kleineren Projekten und Angeboten der Sozialarbeit.

Die Reihe stellt alle Vielfaltsbereiche mit ihren Bedarfen und ihren Diskriminierungs­gefahren dar und ihren Möglichkeiten, durch Stärkung und inklusive Haltung besser vor Diskriminierung und Vorurteilen geschützt zu werden.

Diese Seminare richten sich an alle grundsätzlich Interessierten, besonders an Fachkräfte, Ehrenamtliche, Multiplikator*innen, Akteur*innen in der Sozialarbeit, im Bildungsbereich, in sozialen und kreativen Projekten.

Die Teilnahme an allen Seminaren ist kostenlos.

Die Anmeldung ist ab sofort möglich mit einer kurzen E-Mail mit Namen, Arbeitsfeld, ggfs. Träger oder dergleichen an anmeldung@ibas.berlin

 

 

Diese Reihe wird gefördert vom

 

Präsenzseminar
Dienstag, 08. November 2022, 10.00 – 17.00 Uhr

Einführung in die Reihe: „Empowerment macht stark“
Empowerment und Partizipation in der Kinder- und Jugendhilfe –
Wie kann das gehen? Räume und Strukturen nachhaltig gestalten.

Was Selbstwirksamkeit bedeutet und wie wichtig sie ist, um selbst zufrieden zu sein, ist ein Schwerpunkt des Seminars. Nach einem historischen Einblick wird das Konzept des Empowerment näher beleuchtet. Was ist wirklich (Self-)Empowerment? Wer kann wen empowern? Wie können Safer Spaces kreiert werden, um empowernde Strukturen in der Arbeit mit Klient*innen aufzubauen und nachhaltig zu gestalten? Im Workshop werden Praxisbeispiele aus der Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt, zudem werden Elemente und Methoden der Empowerment-, Partizipations- und Selbst­organisierungsarbeit präsentiert. Der Workshop lädt dazu ein, sich über Empowerment als Chance in der Kinder- und auszutauschen und Partizipation als Grundlage für Empowerment und Selbstorganisierung zu verstehen.
Es wird auch klar, wie man Selbstwirksamkeit in der Sozialarbeit, in der Beratung, in der Assistenz anderer stärken und fördern kann: „Nur kleine Hilfen geben“, „Freiraum zum Ausprobieren lassen“ statt „Aufgaben für die anderen komplett selbst übernehmen und FÜR SIE erledigen“.
Referierender / Workshopleitung: Mohammed Jouni, Sozialarbeiter, Mitbegründer der Selbstorganisation „Jugendliche Ohne Grenzen", Vorstand des BumFs für die Rechte Geflüchteter, Schwerpunkte als Bildungsreferent: Antidiskriminierung, Antirassismus, Empowerment, Flucht und Migration

 

Präsenzseminar (zweitägig)
Do, 17. und Do, 24. November 2022, jeweils 10.00 – 17.00 Uhr

Empowerment für Frauen 

Dieses Seminar soll als Empowerment-Raum für Frauen dienen. Dafür wird ein Wendo-Kurs angeboten. Wendo steht für „Women do it“ und ermächtigt Frauen und Mädchen zum Handeln gegen Gewalt. Übergriffe, Gewalt und Benachteiligungen sind kein individuelles Problem, das Frauen und Mädchen begegnet, sondern betrifft uns alle. Wendo öffnet einen Raum, um einen Umgang mit Alltagsdiskriminierung, sexualisierter Gewalt und Belästigungen zu finden. Dazu werden verschiedene Methoden gelernt, die bspw. mit der Stimme und Körpersprache arbeiten. Wir werden Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungstechniken sowie Entspannungsübungen lernen. Dabei werden wir uns auch andere Diskriminierungsformen neben Sexismus anschauen, um alle Mädchen und Frauen unterstützen zu können. Das Seminar ist also offen für alle Frauen unabhängig von Herkunft, Pass, Hautfarbe, Beeinträchtigung, trans, cis.
Workshopleitung: Leonie Krüger, Wendo-Trainerin – Feministische Selbstbehauptung und Selbstverteidigung in Berlin-Brandenburg  – web

 

Präsenzseminar
Donnerstag, 08. Dezember 2022, 10.00 – 17.00 Uhr

LSBTIAQ*-Geflüchtete begleiten und stärken

Das Seminar bietet einen Einblick in die Lebenslagen von LSBTIAQ*-Geflüchteten. Neben der Auseinandersetzung mit verschiedenen Diskriminierungsformen und ihrem Zusammenwirken soll asylrechtliches Grundwissen mitgegeben werden. Was sind spezifische Herausforderungen von queeren Geflüchteten? Welche Räume braucht es für queere Geflüchtete, um entsprechende Unterstützung zu erfahren und ihre Erfahrungen zu teilen? Diese und weitere Fragen werden besprochen und durch praxisnahe Vorschläge ergänzt. Auch hier nehmen wir sowohl queere Menschen als mögliche Klient*innen als auch als sich engagierende Ehrenamtliche in den Blick plus die Bedeutung von Empowerment-Verantwortungsübernahme für queere Menschen und ihre gesellschaftliche Stellung.
Workshop-Leitung:  N.N.

 

Online-Seminar
Donnerstag, 15. Dezember 2022, 10.00 – 17.00 Uhr

»Den Weg ins Ungewisse wagen« – Workshop zu kritischen Männlichkeiten 

Das Seminar richtet sich an alle Geschlechter!

In diesem Workshop wollen wir uns mit dem Thema Männlichkeiten beschäftigen. Was ist eigentlich Männlich*keit? Wie kann ich kritisch mit (meinen) Männlich*keiten umgehen? Wie und wann nutze/performe ich sie? Wo schränken mich (meine) Männlich*keiten ein? Wo bin ich von Gewalt und/oder Diskriminierungen betroffen und wo übe ich sie aus? Diese und andere Fragen werden im Workshop mithilfe von Theatermethoden und Methoden aus der machtkritischen Bildungsarbeit bearbeitet. Dafür wählen wir einen geschlechterreflektierenden und diskriminierungssensiblen Ansatz. Der Workshop findet in deutscher Lautsprache statt und ist offen für alle Geschlechter.  
Workshop-Leitung: Blu Doppe, queer_topia*, queertopia.de, ig,fb: queer_topia*

Alle Angemeldeten erhalten rechtzeitig den Zoom-link für das Seminar.

 

Weitere Themen in 2023: Anmeldung ab Dezember 2022 möglich:  

 

Selbstsicherheit für Menschen mit Behinderung

In diesem Seminar soll mit unterschiedlichen Übungen gezeigt werden, wie man das Selbstvertrauen insbes. von Menschen mit Behinderung stärken kann. Menschen mit Behinderung, insbes. auch mit geistiger Behinderung, begegnen immer wieder Diskriminierung zum Beispiel in Form des Nicht-Ernstnehmens. Um dem etwas entgegenzusetzen und Strategien dagegen zu entwickeln, ist dieses Seminar gedacht. Der Zugang wird über verschiedene kreative Erfahrungen für die Teilnehmenden geschaffen. Mit dieser Basis kann dann das „sich-selbst-behaupten“ praktisch erprobt werden. Außerdem soll der Raum dem Austausch und gegenseitigen Empowerment durch das Teilen von Erfolgsgeschichten sein. Ziel ist, möglichst auch Menschen mit Behinderungen als Teilnehmende für dieses Seminar zu gewinnen.

 

How to be an ally?
Wie von Rassismus Betroffene im Alltag unterstützen?

Es wird ein offener, diskriminierungskritischer Raum geschaffen, in dem Unsicherheiten weißer Menschen in der Unterstützung von Rassismus-Betroffenen reflektiert werden. Unsicherheiten, die weiße Menschen bei der Auseinandersetzung mit Rassismus wahrnehmen. Es wird erarbeitet wie „Allyship“ (Verbündetsein) aussehen könnte und wie konkret in Situationen agiert werden kann, um mit „Personen of Color“ (also alle Nicht-Weißen) verbündet zu sein.

 

Vorurteilsbewusstsein in der sozialen Arbeit
und im sozialen Engagement

Jeder Mensch ist besonders: Tempo, Vorlieben, Abneigungen, Gedanken und Gefühle – und hat dennoch das gleiche Recht auf Bildung und Integration. Dieses zu realisieren, ist eine große Herausforderung angesichts der unterschiedlichen Lebensverhältnisse, in denen Menschen leben. Gegensätze werden schärfer, zwischen hier bereits Ansässigen und hierher Einwandernden, zwischen arm und reich, zwischen privilegiert und benachteiligt usw. Vorurteilsbewusstes Handeln ist ein Ansatz, der in sozialen Kontexten Handelnden hilft, mit Klienten*innen zusammen Vielfalt zu respektieren und Ausgrenzung entgegenzutreten. Die Fortbildung führt ein in Grundlagen, Ziele, Prinzipien und Praxis dieses Ansatzes. Die Sensibilisierung für Einseitigkeiten und Diskriminierung im eigenen Arbeitsfeld wird mit Übungen zur Selbst- und Praxis­reflexion unterstützt.

 

„Ey, Du hast was drauf, Alter!“– Diskriminierung und Vorurteile im Alter

Aussagen wie: „Die Gesellschaft wird immer älter.“ und „Der demographische Wandel wird eine Herausforderung.“ sind Alltag. Aber wo sind die „alten“ Menschen, von denen da die Rede ist und wer sind sie? Menschen im letzten Drittel ihres Lebens sind kaum sichtbar als Teil der Öffentlichkeit wie bspw. in der Werbung. Dieses Seminar soll ein Anstoß sein, sich mit eigenen und in der Gesellschaft vorhanden Vorurteilen zu(m) Alter(n) zu beschäftigen. Diese Bewusstwerdung wird als erster notwendiger Schritt gesehen, um anschließend das eigene Handeln und Sprechen zu ändern und sich aktiv gegen Diskriminierung von Alter(n) einzusetzen und die Einbindung insbes. auch von älteren Menschen mit Migrationshintergrund in das ehrenamtliche Engagement und in die Gesellschaft zu fördern.

 

Am Rande wirkt Diskriminierung doppelt –
Diskriminierung drängt doppelt so stark an den Rand

Diskriminierung und Herabsetzung, Vorurteile und Rassismus wirken gegenüber Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die sich sowieso schon am Rande der Gesellschaft sehen und die aufgrund ihrer familiären, sozialen und wirtschaftlichen Herkunft wenig Chancen sehen und wenig Mut haben, doppelt so stark. Umso wichtiger sind Selbststärkung, Verantwortungserfahrungen und Empowerment für margi­nalisierte Menschen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Intersektionale Ansätze, inklusive Haltung und Konzepte sind hilfreich, stereotype Gruppen­konstruktionen zu reflektieren und zu überwinden.
Im Seminar werden praxisnahe Ansätze vorgestellt und mit den Teilnehmenden nach Zusammenhängen zwischen empowernder Arbeit und Unterstützung marginalisierter Menschen gesucht, um sie vor Diskriminierung und Vorurteilen zu schützen.

 

Der intersektionale Ansatz: Andere in ihrer Vielfalt sehen

In diesem Workshop soll das Konzept der Intersektionalität vorgestellt werden. Es geht um Sensibilisieren für ungleiche Chancen, Diskriminierungen und Privilegien innerhalb sozialer Aufgabenfelder. Wir wollen zu einem kritisch-reflexiven Umgang mit eigenen Handlungen, Normen und Regeln (auf Seiten der Akteur*innen in der sozialen Arbeit und in der Bildungsarbeit) motivieren, aber auch mögliche Konfliktlinien aufzeigen aufgrund von Diskriminierungserfahrungen auf Seiten der Menschen mit Flucht-/ Migrationserfahrungen. Wir arbeiten mit Übungen, Reflexionen und Inputs.

 

Extremismus ist die Antwort – Diskriminierung der Anfang

Wie können wir in der Arbeit mit Jugendlichen und auch Erwachsenen früh genug und differenziert bereits Ansätze von islamistischem Extremismus und Fundamentalismus erkennen? Wie können wir sensibler werden für die Zusammenhänge zwischen ständigen und langjährigen Diskriminierungserfahrungen und dem Entstehen von Extremismus als Reaktion darauf? Wie können wir angemessen auf extremistische Argumentationsweisen reagieren und neue Sichtweisen eröffnen?
Dieses Seminar hat das Ziel, zum einen Sensibilität für Erkennungsmerkmale extremistischer Äußerungen zu schaffen sowie die damit verknüpften Lebens­situationen und Bedürfnisse besser verstehen zu können. Zum anderen wird es darum gehen, welche Bedeutung die Reflektion eigener Erfahrungen und Einstellungen hat, um neue Sichtweisen zu ermöglichen. Zentrales Anliegen dieses Seminar ist es, das erlernte Wissen in der eigenen Praxis zu nutzen.

 

The winner takes ist all? –
Weiß-Sein – was bedeutet das für die anderen und für mich?
Kritisches Weiß-Sein / Critical Whiteness

Zum Abschluss der Reihe geht es wiederum um besondere Sensibilität und Reflexion für eigene Privilegien als Weiße oder als generell privilegierte Menschen. Dabei bedeutet „Weiß-Sein“ nicht bloß das Gegenteil von „Schwarz-Sein“, sondern „Weiß“ meint generell Jede*n westeuropäischer oder nord-amerikanischer Prägung und Abstammung.
Im Seminar werden Reflexionsübungen, Austausch-Gespräche, Rollenspiele und Fachinputs klären, was es bedeutet, weiß zu sein. Mit welchen automatischen Privilegien man bspw. als West-Europäer*in ausgestattet ist und was dies für das Verhältnis zu Einwander*innen / Geflüchteten bedeutet. Weiß-Sein bestimmt oft unbewusst bereits das schlichte Macht-Verhältnis zwischen bspw. der weißen Fachkraft und dem*der nicht-weißen Klient*in mit Migrationshintergrund oder zw. der weißen Leitungskraft und ihren nicht-weißen Mitarbeitenden. Leicht verfällt man als Weiße*r bspw. ins „Eltern-Ich“ und als Nicht-Weiße*r ins „Kind-Ich“. Mechanismen wie „behütende und belehrende Helferrolle“ gegenüber „Hilfe konsumierender, passiver Nehmerrolle“ schauen wir uns im Seminar an und üben Verhaltensweisen und Projektstrukturen ein, die solchen Mechanismen möglichst von Beginn an vorbeugen. Auch hier kann Empowerment Teil der Lösung sein.

 

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